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Kopfschmerzen bei Kindern/Jugendlichen 

Ein ernstzunehmendes Problem unserer Kinder

Bei Kindern und Jugendlichen beträgt die Prävalenz für Kopfschmerzen 54.4 % und für Migräne 9,1 %. In einer Befragung von 1.445 Gymnasiasten im Alter von 12 bis 19 Jahren zeigte sich, dass 83,1 % mindestens einmal in den letzten sechs Monaten an Kopfschmerz gelitten hatten. Davon hatten 41,2 % Spannungskopfschmerzen, 9,4 % Migräne und 32,5 % Kopfschmerz vom Mischtyp mit Migräne und Spannungskopfschmerzen.


Etwa die Hälfte der betroffenen Kinder leidet auch im Erwachsenenalter noch an Kopfschmerzen.

Symptome und Ursachen

Kopfschmerzen im Kindesalter treten häufig gemeinsam mit anderen Symptomen oder Erkrankungen auf. Berichtet wurde eine Prävalenz von 31 % für Kopfschmerzen und Bauchschmerzen, 12,1 % für Kopf- und Rückenschmerzen und 35,7 % für alle drei Schmerzformen. Nacken-/Schulterschmerzen oder Verspannungen scheinen gerade in der heutigen, körperlich (zu) wenig aktiven, über mehrere Stunden am Tag mediennutzenden Gesellschaft ebenfalls eine beeinflussende Rolle für die Kopfschmerzentstehung oder -aufrechterhaltung zu spielen. Auch haben Kinder mit Kopfschmerzen signifikant häufiger , soziale Probleme, sowie ein höheres Risiko für eine Angststörung oder Depression. Folgen können sozialer Rückzug, Aufgeben von Hobbys, schulischer Leistungsabfall, Schulfehltage, Schulversagen, Schulangst, Konflikte in der Familie als gravierende Funktionseinschränkung im Alltag sein. 

Der kindliche Kopfschmerz ist dann eine komplexe, meist multifaktoriell entstandene (oder aufrechterhaltene), oft chronische Erkrankung.

Diagnostik, Therapie und Prophylaxe

Dementsprechend ist eine komplexe Diagnostik in einem multidisziplinären Team, bestehend aus neuropädiatrisch und entwicklungsneurologisch versierten Pädiatern, Psychologen und Physiotherapeuten notwendig. Je nach Beschwerdebild sind Kollegen weiterer Disziplinen hinzu zu ziehen.


Die Therapie kindlicher Kopfschmerzen ist dann eine besondere Herausforderung. Sie muss basierend auf dem bio-psycho-sozialen Modell multimodal geplant und je nach Beschwerden, Familiensituation, Compliance und Krankheitsverlauf individuell gestaltet und immer wieder neu angepasst werden. Therapie-Bausteine sind Lebensstilfaktoren wie ausreichende Trinkmenge, regelmäßiger Schlaf und Ausdauersport, medikamentöse Akuttherapie und -prophylaxe, nicht-medikamentöse Prophylaxe, physiotherapeutische Strategien wie eigenständige Dehnübungen der Hals-/ Nacken-/ Schultermuskulatur, Faszientechniken, Massage und psychoedukative und verhaltenstherapeutische Maßnahmen für den betroffenen Jugendlichen und seine Bezugspersonen.